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A M T L I C H E R    L A G E P L A N

Der Amtliche Lageplan ist ein entscheidender Bestandteil der Bauvorlagen im Land Nordrhein-Westfalen. Er stellt für das Baugrundstück und die unmittelbare Nachbarschaft alle für das Genehmigungsverfahren relevanten Tatbestände am Grund und Boden dar.Diese werden sowohl direkt durch Messung und Kartierung der Örtlichkeit als auch durch Einsichtnahme in öffentliche Register ermittelt.

Der Amtliche Lageplan ist somit das Bindeglied zwischen der realen Örtlichkeit, den rechtlichen Gegebenheiten und dem geplanten Bauvorhaben. Im Zuge der örtlichen Arbeiten wird die Topographie des Baugrundstücks, z.B. Gebäude, geschützte Vegetation, Leitungen, Befestigungen etc. lage- und höhenmäßig aufgemessen. Die Grenzen des Grundstücks werden aufgesucht und mit ihrem Nachweis im Liegenschaftskataster verglichen. Dadurch wird sichergestellt, dass auf dem Lageplan aufbauende Planungen nicht gegen bau- oder nachbarrechtliche Bestimmungen verstoßen.


Sofern das Baugrundstück im Geltungsbereich eines Bebauungsplanes oder einer Baumschutzsatzung, Satzung gem. § 34 Bau GB NW liegt oder anderweitige Beschränkungen der Bebaubarkeit bekannt sind, werden diese in den amtlichen Lageplan übernommen. Alle Informationen werden maßstabstreu, übersichtlich und gefällig gestaltet im Maßstab 1:500 auf Papier geplottet oder nach Wunsch in digitaler Form zur weiteren Bearbeitung bei Architekten und Planern abgegeben. Der Amtliche Lageplan wird vom Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur durch Unterschrift und Dienstsiegel mit öffentlichem Glauben beurkundet. Der Mindestumfang der Darstellungen im Amtlichen Lageplan ist in §3 der Nordrhein-Westfälischen Bauprüfverordnung geregelt: § 3 Lageplan

(1) Der Lageplan ist im Maßstab nicht kleiner als 1:500 auf der Grundlage eines Auszuges aus der Liegenschaftskarte/Flurkarte, der nicht älter als sechs Monate sein darf, zu erstellen. Er muss, soweit erforderlich, enthalten

1.

seinen Maßstab und die Lage des Baugrundstücks zur Nordrichtung,

2.

die Bezeichnung des Baugrundstücks und der benachbarten Grundstücke nach Straße, Hausnummer, Grundbuch und Liegenschaftskataster sowie die Angabe der Eigentümerin oder des Eigentümers des Baugrundstücks,

3.

die rechtmäßigen Grenzen des Baugrundstücks und deren Längen sowie seinen Flächeninhalt,

4.

die Höhenlage der Eckpunkte des Baugrundstücks und die Höhenlage des engeren Baufeldes über NN,

5.

die Breite und die Höhenlage angrenzender öffentlicher Verkehrsflächen über NN,

6.

die vorhandenen baulichen Anlagen auf dem Baugrundstück und auf den angrenzenden Grundstücken sowie die genehmigten oder nach § 67 Abs. 1 BauO NRW zulässigen, aber noch nicht ausgeführten baulichen Anlagen auf dem Baugrundstück, bei Gebäuden auch mit Angabe ihrer Geschosszahl, Wand- und Firsthöhen,

7.

Denkmäler im Sinne des Denkmalschutzgesetzes auf dem Baugrundstück und dessen engerer Umgebung sowie geschützte Baumbestände auf dem Baugrundstück,

8.

Flächen auf dem Baugrundstück, die von Baulasten betroffen sind, sowie Flächen auf den angrenzenden Grundstücken, die von Baulasten zugunsten des Baugrundstücks betroffen sind,

9.

Flächen auf dem Baugrundstück, die mit grundbuchlich gesicherten Dienstbarkeiten zu Gunsten der Träger von Hochspannungsleitungen und unterirdischen Leitungen für die Versorgung mit Elektrizität, Gas, Wärme und Wasser belegt sind,

10.

Hydranten und andere Wasserentnahmestellen für Feuerlöschzwecke,

11.

die Bezeichnung des Bebauungsplanes oder anderer Satzungen nach dem Baugesetzbuch mit den Festsetzungen über Art und Maß der baulichen Nutzung, die Bauweise, die Darstellung der Baulinien und Baugrenzen und der Flächen auf dem Baugrundstück, für die der Bebauungsplan oder eine andere Satzung besondere Festsetzungen trifft, sowie die Bezeichnung der örtlichen Bauvorschriften,

12.

die geplanten baulichen Anlagen unter Angabe der Außenmaße, der Dachform, der Wand- und Firsthöhen, der Höhenlage der Eckpunkte der baulichen Anlage über NN an der Geländeoberfläche, der Höhenlage des Erdgeschossfußbodens über NN, der Grenzabstände, der Tiefe und Breite der Abstandflächen, der Abstände zu anderen baulichen Anlagen,

13.

die Abstände der geplanten baulichen Anlage zu öffentlichen Verkehrsflächen, zu Grünflächen, zu Wasserflächen und zu Wäldern,

14.

die Aufteilung der nicht überbauten Flächen auf dem Baugrundstück unter Angabe der Lage, Anzahl und Größe der Stellplätze für Kraftfahrzeuge, der Abstellplätze für Fahrräder, der Zu- und Abfahrten, der Bewegungsflächen für die Feuerwehr, der Kinderspielflächen und der Flächen, die gärtnerisch angelegt werden und/oder mit Bäumen bepflanzt werden sollen,

15.

die Lage der Entwässerungsgrundleitungen bis zum öffentlichen Kanal oder die Lage der Abwasserbehandlungsanlage mit der Abwassereinleitung.


(2) Bei Vorhaben im Geltungsbereich eines Bebauungsplans oder anderer Satzungen nach dem Baugesetzbuch ist der Lageplan für bauliche Anlagen nach Absatz 1 Nr. 6 und geplante bauliche Anlagen auf dem Baugrundstück durch eine Berechnung ihrer Grundfläche, Geschossfläche, Zahl der Vollgeschosse und ihrer Baumasse zu ergän­zen, mit der nachgewiesen wird, dass die festgesetzte Grundflächenzahl, Geschossflächenzahl, Zahl der Vollgeschosse oder Baumassenzahl eingehalten wird.


(3) Der Lageplan (Absatz 1) und die Berechnungen nach Absatz 2 müssen von einem Kata­steramt angefertigt oder von einer Öffentlich bestellten Vermessungsingenieurin oder einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur angefertigt und mit öffentlichem Glauben beurkundet werden (amtlicher Lageplan), wenn

1.

es sich bei den Grenzen des Baugrundstücks nicht um festgestellte Grenzen im Sinne von § 17 Abs. 1 VermKatG handelt,

2.

die Grenzen des Baugrundstücks und die vorhandenen baulichen Anlagen auf dem Baugrundstück und den angrenzenden Grundstücken so vermessen sind, dass für die Grenzpunkte Koordinaten in einem einheitlichen System nicht ermittelt werden können, oder

3.

auf dem Baugrundstück oder von angrenzenden Grundstücken her Grenzüberbauungen vorliegen,

4.

eine Baulast im Sinne von § 18 auf dem Baugrundstück oder auf den angrenzenden Grundstücken ruht.


Wenn besondere Grundstücksverhältnisse, insbesondere in Folge des unübersichtlichen Verlaufs der Grenzen des Baugrundstücks durch Grenzversprünge oder Grenzknicke, ge­geben sind und die Voraussetzungen für die Anfertigung eines amtlichen Lageplanes nach Satz 1 nicht vorliegen, können der Lageplan nach Absatz 1 und die Berechnungen nach Absatz 2 auch von einer Vermessungsingenieurin oder einem Vermessungsingenieur, die oder der Mitglied einer Ingenieurkammer ist, angefertigt werden; die Mitgliedschaft in einer Ingenieurkammer ist auf Verlangen der Bauaufsichtsbehörde nachzuweisen. In allen anderen Fällen können diese Bauvorlagen auch von der Entwurfsverfasserin oder dem Entwurfsverfasser angefertigt werden.


(4) Für die Darstellungen im Lageplan sind die Zeichen und/oder Farben der Anlage zu dieser Verordnung und im Übrigen die Planzeichen der Verordnung über die Ausarbeitung der Bauleitpläne und die Darstellung des Planinhalts (Planzeichenverordnung 1990 – PlanzV 90) vom 18. Dezember 1990 (BGBl. I 1991 S. 58) zu verwenden.
Die sonstigen Darstellungen sind, soweit erforderlich, durch Beschriftung zu kennzeichnen. Der Inhalt des Lageplanes ist auf besonderen Blättern darzustellen, wenn der Lageplan sonst unübersichtlich würde.


Ein sorgfältiger und qualifiziert erstellter Amtlicher Lageplan vermeidet Rückfragen der
Baugenehmigungsbehörden und unterstützt eine zügige Bearbeitung Ihres Bauantrages!


Für weitere Informationen und eine Kostenschätzung entsprechend der Kostenordnung der Öffentlich bestellten Vermessungsingenieure stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Bitte rufen Sie mich an oder nutzen Sie unser Kontaktformular!


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